Lesereise an den Bodensee

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Am 20.7. las unsere Übergangsklasse in der Freien Schule Lindau (FSL) Texte aus ihrem Buch "Ich durfte mein Kinderleben nicht leben".

Die Schüler und Schülerinnen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Venezuela waren beeindruckt von der Umgebung und dem herzlichen Empfang. Der Bodensee erinnerte sie an die Meere in ihrer Heimat und das Interesse der Kinder und Jugendlichen an der FSL erfüllte sie mit Stolz.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen wurden zahlreiche Gespräche geführt, Freundschaften geknüpft und Adressen ausgetauscht. Gerne möchte die Ü-Klasse im nächsten Schuljahr einer weiteren Einladung nach Lindau folgen.

Hier einige Textauszüge aus dem bewegenden Buch der Kinder:

"... In Ungarn hat uns die Polizei verhaftet und wir mussten zwei Wochen lang in einem Gefängnis bleiben. Wir bekamen Brot zu essen, das so hart war wie Stein. Wir mussten sogar unser Bayram-Fest im Gefängnis feiern, ganz ohne Süßigkeiten. Das war sehr schlecht für uns und ohne Würde..." (Tala)

"Nach diesem Traum bin ich aufgewacht und ein schwarzer Teufel flog an mir vorbei. - Ich hoffe, sehr, dass ich diese Träume eines Tages loswerde! Für die Zukunft habe ich viele Pläne. Manchmal möchte ich Architekt werden. Dann kann ich nach dem Krieg in meiner Heimat Syrien die zerstörten Häuser wieder aufbauen..." (Malek)

"... In der Türkei war ich während der Flucht ungefähr anderthalb Jahre lang. Ich durfte dort nicht in die Schule gehen, weil ich nur ein Flüchtling war. Das war sehr schwer für mich.
Jeden Tag habe ich auf einen Zettel geschrieben: "Ich vermisse dich Syrien." Nach einige Zeit hatte ich einen Stapel dieser Papiere. Jeden Tag habe ich mehr geschrieben... "(Shahed)

"... Es war sehr schön in Afghanistan. Es ist ein Land voller Blumen. Sie blühen in vielen Farben: weiß, blau, lila, rosa, rot, orange und gelb. In Kabul stehen 13 Moscheen, alle sind vergoldet. Es sieht dort aus wie im Himmel.
Aber dann kam der Krieg. Er hat alles kaputt gemacht. Überall war Feuer zu sehen und viele Menschen starben oder sie wurden verletzt an den Füßen, am Bauch oder an anderen Stellen des Körpers. Manche Menschen sind nicht gut. Sie werfen Bomben auf Moscheen und Straßen und töten andere Menschen. Auch unser schönes Haus wurde zerstört! ..." (Faize)

"... Fußball spiele ich für mein Leben gerne. Ich bin froh, dass ich in Deutschland endlich spielen kann. Ich wünsche mir, dass Afghanistan wie Deutschland wird. Wenn der Krieg zu Ende ist, kann ich wieder zurückgehen..." (Shakib)

"... Mein erster Wunsch ist schon in Erfüllung gegangen: Ich habe gute Freunde gefunden. Ihre Namen sind Tala, Faize, Shahed, Malek, Razan und Shakib. Sie vertrauen mir...Wir haben sogar schon eine Party gemacht. Jeder hat etwas zum Essen mitgebracht..." ((Ariana)

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